Literatur & Bezugslinien
Diese Auswahl zeigt, welche Forschung und welche Denkansätze für die Fragen von IFIS relevant sind. Sie ist keine vollständige Belegliste für alle Aussagen auf dieser Website. Wo ein Artikel konkrete Studien oder Daten heranzieht, stehen die Quellen beim jeweiligen Artikel.
Die Texte verbinden Befunde aus verschiedenen Disziplinen mit einer eigenen strukturellen Perspektive. Ein theoretisches Modell, ein Sachbuch oder ein philosophischer Text ist dabei nicht dasselbe wie ein empirischer Nachweis.
Stress, Belastung & Regulation
- Bruce S. McEwen (1998): „Protective and Damaging Effects of Stress Mediators“. The New England Journal of Medicine, 338, 171–179. Grundlegender Beitrag zu Stressreaktionen und allostatischer Belastung.
- Robert M. Sapolsky (2004): Why Zebras Don't Get Ulcers, 3. Auflage. Wissenschaftlich fundiertes Sachbuch über anhaltenden Stress und seine körperlichen Folgen.
- Bessel van der Kolk (2014): The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma. Klinisches Sachbuch zum Zusammenhang von Trauma, Körper und Erleben; keine allgemeine Erklärung für jede Form von Erschöpfung.
Lebensbedingungen & Gesundheit
- Aaron Antonovsky (1987): Unraveling the Mystery of Health: How People Manage Stress and Stay Well. Jossey-Bass. Grundlegendes Werk zur Salutogenese und zum Kohärenzgefühl.
- WHO-Kommission für soziale Determinanten von Gesundheit (2008): Closing the Gap in a Generation: Health Equity Through Action on the Social Determinants of Health. Bericht darüber, wie soziale und materielle Lebensbedingungen Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheit beeinflussen.
Körperwahrnehmung, Gehirn & Schmerz
- A. D. (Bud) Craig (2002): „How Do You Feel? Interoception: The Sense of the Physiological Condition of the Body“. Nature Reviews Neuroscience, 3, 655–666.
- Lisa Feldman Barrett (2017): „The Theory of Constructed Emotion: An Active Inference Account of Interoception and Categorization“. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 12(1), 1–23.
- Karl Friston (2010): „The Free-Energy Principle: A Unified Brain Theory?“. Nature Reviews Neuroscience, 11, 127–138. Ein theoretischer Erklärungsansatz, keine abschließend bestätigte Gesamttheorie des Gehirns.
- G. Lorimer Moseley & David S. Butler (2015): „Fifteen Years of Explaining Pain: The Past, Present, and Future“. The Journal of Pain, 16(9), 807–813.
- Peter B. O’Sullivan et al. (2018): „Cognitive Functional Therapy: An Integrated Behavioral Approach for the Targeted Management of Disabling Low Back Pain“. Physical Therapy, 98(5), 408–423.
- Eric R. Kandel, John D. Koester, Sarah H. Mack & Steven A. Siegelbaum (2021): Principles of Neural Science, 6. Auflage. Neurowissenschaftliches Lehrbuch.
Schmerz, Belastung und Regulation sind kontextabhängig. Aus diesen Arbeiten folgt keine einfache Gleichsetzung von körperlichen Beschwerden mit Stress oder gesellschaftlichen Strukturen.
Lernen, Aufmerksamkeit & Motivation
- John Sweller (1988): „Cognitive Load During Problem Solving: Effects on Learning“. Cognitive Science, 12(2), 257–285.
- Daniel Kahneman (2011): Thinking, Fast and Slow. Sachbuch über Urteilen und Entscheiden.
- Richard M. Ryan & Edward L. Deci (2000): „Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation, Social Development, and Well-Being“. American Psychologist, 55(1), 68–78. Zu Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit als Bedingungen für Motivation und Wohlbefinden.
Arbeit, Organisation & gesellschaftliche Strukturen
- Robert A. Karasek (1979): „Job Demands, Job Decision Latitude, and Mental Strain: Implications for Job Redesign“. Administrative Science Quarterly, 24(2), 285–308. Frühes Modell zum Verhältnis von Arbeitsanforderungen und Entscheidungsspielraum.
- Arnold B. Bakker & Evangelia Demerouti (2017): „Job Demands–Resources Theory: Taking Stock and Looking Forward“. Journal of Occupational Health Psychology, 22(3), 273–285. Überblick zum Verhältnis von Arbeitsanforderungen, Ressourcen, Erschöpfung und Engagement.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2022): WHO Guidelines on Mental Health at Work. Evidenzbasierte Empfehlungen, unter anderem zu Veränderungen der Arbeitsorganisation.
- Byung-Chul Han (2010): Müdigkeitsgesellschaft (englische Ausgabe: The Burnout Society, 2015). Philosophische Gesellschaftsdiagnose, keine empirische Burnout-Studie.
- Jerry Z. Muller (2018): The Tyranny of Metrics. Analyse der Folgen von Kennzahlensteuerung in Organisationen.
Systemtheorie & Selbstorganisation
- Niklas Luhmann (1984): Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie. Soziologische Theorie sozialer Systeme; keine direkte Beschreibung biologischer Vorgänge.
- Fritjof Capra (1996): The Web of Life: A New Scientific Understanding of Living Systems. Systemische Perspektive auf lebende Zusammenhänge.
Weitere Denk- und Deutungshilfen
- Stephen W. Porges (2011): The Polyvagal Theory: Neurophysiological Foundations of Emotions, Attachment, Communication, and Self-Regulation. Ein einflussreiches, in Einzelannahmen umstrittenes Modell. IFIS setzt die Polyvagaltheorie nicht mit gesicherten Grundlagen der autonomen Physiologie gleich.
- Laozi: Daodejing (auch Tao Te Ching). Philosophische Bezugslinie; Wortlaut und Gliederung hängen von der Übersetzung ab.
- Marcus Aurelius: Selbstbetrachtungen (auch Meditations). Philosophische Bezugslinie; Angaben zu einzelnen Stellen erfordern eine konkrete Ausgabe.
IFIS übernimmt aus diesen Werken weder eine einheitliche Methode noch eine fertige Erklärung. Der Zusammenhang von biologischen Bedingungen, persönlicher Erfahrung und gestaltbaren Strukturen ist eine Fragestellung, die hier weiterentwickelt wird.